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Die Entwicklung des Bahnengolfsports


 
Wohl kaum einer der vielen Freizeitsportler, die vorwiegend am Wochenende ihr Glück auf einem sogenannten "Minigolfplatz" versuchen, weiß, dass die Ursprünge dieser Sportart schon bereits im 16. Jahrhundert zu suchen sind, dass es heute vier verschiedene Bahnengolfsysteme in Deutschland und Europa gibt, auf denen turniermässiger Sport betrieben wird.
Abgeleitet ist der Sport » wie der Name ja zweifelsfrei sagt « vom Golf. Zunächst wurden einfach weitere Löcher in die Grüns der Großgolfanlagen gegraben, um zusätzliche Trainingsmöglichkeiten zum Einlochen »zum Putten« zu schaffen. Hier fehlten jedoch doch noch fest umgrenzte Bahnen oder Hindernisse. Solche fand man erstmals um 1925 in England und den USA. Diesen Spielanlagen mangelte es natürlich noch an jeglichen Normungen und beim Erfinden von Hindernissen war der Phantasie freier Lauf gelassen. Auch in Skandinavien und Deutschland hielten solche Kleingolfanlagen um 1926 Einzug.
Die Geburtsstunde des "Minigolf" heutiger Prägung schlug 1953 in Locarno in der Schweiz. Der Gartenarchitekt Paul Bongni baute dort einen 18-Lochjedermann-Golfplatz und ließ die Anlage patentrechtlich schützen, so dass baugleiche Anlagen auch anderswo errichtet werden konnten. Ein wesentlicher Unterschied zu den ursprünglichen Kleingolfanlagen bestand nun darin, dass es zumindest theoretisch möglich war, jede Bahn mit einem Schlag » einem As « zu bewältigen.
In Deutschland wurde der erste solche Minigolfplatz auf Initiative des Traben-Trabacher Arztes Dr. Walter Spier im Park des dortigen Krankenhauses zur Abwechslung der Patienten errichtet.
Eine Alternative zu den bis dahin üblichen Betonanlagen wurde 1956 in Hamburg erfunden: Miniaturgolf. Um eine Anlage leichter anlegen und transportieren zu können, wurden die Abmessungen der Bahnen erheblich verkleinert und als Grundlage in Eisenwinkelrahmen eingefasste Eternitplatten verwendet. Kaum jemand wird sich vorstellen können, dass die heute für dieses System bekannten Hindernisse damals nach Formentwürfen der Hochschule für bildende Künste in Hamburg entwickelt wurden, und dass der damit verbundene Name "Miniatur-Golf" gesetzlich geschützt ist.
Erstmalig in Betrieb genommen wurde eine Miniaturgolfanlage im Freizeitpark "Planten und Blomen" in Hamburg durch den Erfinder und Hamburger Geschäftsmann Albert-Rolf Pless.
Weitere Systeme kamen in den folgenden Jahren und Jahrzehnten hinzu, stellten aber lediglich Abwandlungen der Ursprungssysteme "Minigolf" und "Miniaturgolf" dar. So wurde um 1960 das Cobi-Golf erfunden, für das das Durchspielen von kleinen Törchen vor dem eigentlichen Hinderniss charakteristisch ist. Hiervon gibt es heute in ganz Europa nur etwa 80 Anlagen, während man weltweit etwa 3500 Miniaturgolfanlagen in ca. 35 Ländern finden kann.
Das jüngste System ist das vielen bekannte Sterngolf. Erste Anlagen dieser Art, die im Unterschied zum Minigolf einen witterungsfesten, glatten Betonuntergrund haben, entstanden um 1963 in Hohenlimburg, Remscheid und Hasper Talsperre.
(Quelle: Matthias Kaiser: "Das große Bahnengolf Buch", Sport und Freizeit Verlag)